Forschung am LAO

Sammlung temporärer Aktionen und Interventionen in München. Foto: Johann-Christian Hannemann

Forschung ist die Entwicklung innovativer Lösungen auf alte und neue Fragen. Die Untersuchung unserer Lebensumwelt ist motiviert von der Hoffnung auf ein Verständnis für ihre Zusammenhänge. Das Wahrnehmen der Komplexität unserer Welt ist Teil der Erkenntnis und so erscheint es uns, als ob diese mit steigendem Wissen zunähme. Dank internationaler Forschung der vergangenen Jahrzehnte werden uns ökologische Prozesse klarer und wir erkennen die dringende Notwendigkeit, in unserem ständigen Wachstumsbestreben ressourcenschonend mit Rohstoffen, Fläche und Raum umzugehen.

Klimagerechte urbane Freiräume

Städtischer Wärmeinsel-Effekt und Klimawandel werden für die Gestaltung des öffentlichen Raumes in Städten immer relevanter. In verschiedenen Forschungsprojekten wird untersucht, auf welche Aspekte dieses Themenkomplexes in einer zukunftsfähigen Gestaltung reagiert werden muss. Der Fokus liegt auf der Abmilderung weiterer Aufheizung durch Vegetation, Ausstattung und Oberflächengestaltung, dem Umgang mit Starkregenereignissen, auf Reaktionen von Vegetation auf Klimaveränderungen und auf Nutzerpraktiken im Nachhaltigkeitskontext. mehr

Intervention und Partizipation

Während sich die planenden Disziplinen schwer tun mit der Einbindung unscharf definierter Interessensgruppen und der prozesshaften Entwickeln von Projekten, hat sich die Kunst durch ihre Arbeitsformen im öffentlichen Raum solchen Ansätzen geöffnet. Durch die Hinwendung zum Temporären ist es gelungen, Projekte im öffentlichen Raum als offenes Experiment anzulegen. Der Lehrstuhl erforscht, ob und in wieweit sich künstlerische Ausdrucksformen nutzen lassen, um als partizipative Methoden (Erkenntnisgewinn + Praxis der Umgestaltung) in Wandlungsprozessen im öffentlichen Raum eingesetzt zu werden. mehr

Neuere Geschichte der Landschaftsarchitektur

Im Laufe der Jahre verändern sich Herangehensweise und Gegenstand von landschaftsarchitektonischen Entwürfen. Die Verortung der Disziplin zwischen Ökologie und Design wurde zu jeder Zeit neu ausgelotet. Momentan stellt uns der Klimawandel wieder vor die Herausforderung, die Landschaftsarchitektur auf neue Probleme auszurichtgen. Inwiefern Projekte der neueren Vergangenheit aktuelle Fragestellungen beantworten können und welche konzeptuellen und ästhetischen Beziehungen zu zeitgenössischen Entwürfen aussehen erforscht dieses Forschungsfeld. mehr

Informelle Siedlungen

Informelle Siedlungen sind weltweit ein Phänomen, das unter dem Namen slums vielseitige Assoziationen weckt. Etwa ein Drittel der globalen Stadtbevölkerung wohnt in Favelas, shanty towns, oder Chabolas, wie sie andernorts genannt werden. Wie gehen Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten mit diesen ungeplanten Orten um, wie nähern sie sich planerisch dieser Aufgabenstellung, die niemand genau beschreibt oder fordert. In selbst gewählten Fallbeispielen werden am Lehrstuhl unterschiedliche Methoden der Annäherung, Analyse und Planung in studentische Arbeiten getestet und in Forschungsansätzen bearbeitet. mehr

Infrastruktururbanismus

Infrastruktururbanismus setzt sich mit den Anforderungen eines erweiterten Mobilitätsbegriffs auf den öffentlichen Raum auseinander. Neue Mobilität stellt neue Anforderungen unsere Landschaften. Gleichzeitig produzieren moderne Hochleistungsinfrastrukturen akzidentelle Räume, eine Art Schattenstadt, die neben Autobahnen, Bahnlinien, Hochstraßen, Leitungstrassen entsteht. Seien es obsolete Parkplätze im Zuge der Verkehrswende oder ungenutzte Räume im Schatten der Infrastrukturen, dieses Forschungsfeld untersucht die Auswirkungen moderner Mobilität auf den öffentlichen Raum. mehr