Eventopia

Projekt III, 14 ECTS
1-semestr. Masterprojekt, 12 ECTS
Wintersemester 2007|08

Forschungsfeld
Interventionen und Partizipation
Public space

Betreuung
Prof. Regine Keller
Dip.-Ing. Thomas Hauck
Dip.-Ing. Volker Kleinekort


Eventopia. Entwurf einer Landschaft als Ereignismaschine
Landschaftsarchitektur hat dem Ereignis Raum geboten, das Flüchtige und Zufällige in Erscheinung treten lassen. Der gestaltete Raum wurde als Gefäß und Oberfläche für Situationen und flüchtige Erscheinungen verstanden. Doch das Ereignis ist keine Nebensache mehr. Es rückt ins Zentrum der Handlungsinstrumente von Wirtschaft, Politik, Kunst und der Stadtentwicklung in Form des Events und des Event Marketing zur Erfüllung von Kommunikationszwecken . Der Raum und vielfach der Stadtraum ist weiterhin der Träger dieser Kommunikationszwecke im Ereignis. Diese inszenierten Ereignisse im Stadtraum gab und gibt es in Form von Festen, Aufmärschen/ Paraden, religiösen Ritualen und Spielen. Was sich verändert hat ist der ökonomische Bedeutungsgewinn und ihr Bedeutungsverlust als Mittel des gemeinsamen Erlebens von Glauben, Gemeinschaft oder Kunst als Deutung und Bewältigung der Wirklichkeit. 

Hier setzt das Entwurfsthema „Eventopia“ inhaltlich ein. Nur ein Raum als integriert entwickelter Bestandteil des Events kann zwischen vorhandenem Stadtraum und den selbstbezüglichen Zielen und Zwecken des inszenierten Ereignisses vermitteln.  Aufgabe des Projektes Landschaftsarchitektur III im Wintersemester 0708 ist daher der Entwurf einer Eventlandschaft am Münchner Sendlinger Tor Platz. Das Raummodell „Landschaft“ mit seiner Kapazität heterogene Teile zu einem Ganzen zu verbinden, könnte dieser Aufgabe in ganz besonderer Weise gerecht werden.

Arbeitsschritte
1. Städtebauliche Analyse der Eventräume im Münchner City-Bereich. Gibt es eine Rangfolge der Eventräume? Welche qualitativen und quantitativen Kriterien definieren die verschiedenen Eventräume? Werden die Eventräume als System gemanagt? Analyse der „Eventgeschichte“ der Münchner City. Welche Events haben bereits stattgefunden? Welche der Events haben sich etabliert? In welchen Zyklen finden die verschiedenen Events statt? Recherche nach technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

2. Programmierung des Sendlinger Tor Platzes mit inszenierten Ereignissen für einen Zeitraum von 2 Jahren. Entwicklung von Eventinhalten. Erarbeitung eines Skripts/ Storyboards.
Räumliche Konzeption der Eventlandschaft aufbauend auf dem Storyboard. Programm und Eventlandschaft sollen zusammen entwickelt werden. Gerade die Instrumente und Methoden der Landschaftsarchitektur mit ihrer Kapazität Landschaft zu erfinden, könnten sich herausragend dazu eignen sowohl inszenatorische Inhalte, Dramaturgie und Raum integriert zu entwerfen. // Ergebnis: Skript des Eventprogramms, Storyboard, Konzeptionszeichnungen und -diagramme, Plan der Eventlandschaft im Stadtgefüge 1:1000.

3. Storyboard und Eventlandschaft werden in Form eines Kurzfilms (max. 10 Minuten) in Bewegung gebracht. Der Film soll Ereigniss und Raum zusammenzuführen und das Zusammenspiel überprüfen. Die Arbeit am Film ist Arbeit am Entwurf. Durch die Techniken des Filmes, wie Schneiden, Animieren, Kamerafahrten, etc. soll der Entwurf aus einem anderen Blickwinkel weiterentwickelt werden. // Ergebnis: Kurzfilm, max. 10 min auf DVD.

4. Das mit verschiedenen Methoden (Analyse/ Skript/ Storyboard/ Film) entwickelte räumliche Konzept wird landschaftsarchitektonisch weiterentworfen und vertieft. Am Ende des Entwurfsprozesses soll das Ergebnis ein Plan der Eventlandschaft sein, Schnitte, Perspektiven etc. // Ergebnis: Plan 1:100, mind. 2 Schnitte, Perspektiven.

Downloads
Dokumentation der Entwürfe (PDF, 2,1 MB)


Auswahl Projekte

Urban Transformer

Benjamin Eiband

Der Verfasser schlägt im Wendekreis der Trambahn eine “aktive Zone“ vor. Durch die Installation eines rießigen Bildschirms, der das städtebauliche Rückrat des Ortes bildet, kann der Nutzer im konkreten Raum des Platzes und gleichzeitig im medialen Raum agieren. Die Programmierung der aktiven Platzoberfläche und der medialen Oberfläche des Bildschirms mit sportlichen und kulturellen Veranstaltungen spitzen das alltägliche Potential des Platzes sich öffentlich Darstellen zu können auf das Gemeinschafterlebnis Event zu. Wenn der Platz nicht gebraucht und benutzt wird oder nur weniger Aktivität ermöglichen soll, kann er "heruntergedimmt" oder einfach "ausgeschaltet" werden.

Paravent

Christina Haidinger

Der Entwurf von Christiane Haidinger schafft am Sendlinger Tor Platz einen neuen Eventraum. Durch die Installation von bis zu zehn Meter hohen, durchlässigen Gitterkonstruktionen, die von der Vegetationsstruktur einer Wiese abgeleitet sind, wird der Raum nach außen hin abgeschirmt und innerhalb nochmals in zwei unterschiedlich große Bereiche aufgeteilt. Hier können wechselnde aktive Zonen mitten in der Stadt für Sport, Parties und andere Veranstaltungen errichtet werden.

3 Plateaus

Claudia Lehmann

Durch die Verkehrsströme über den Sendlinertor Platz wird der Entwurfsort in drei Bereiche unterteilt. Darauf reagiert der Entwurf mit der Errichtung von drei unterschiedlich gefalteten Plateaus. Die Holzoberflächen bestehen aus gegeneinander verkippten Dreiecken, die sich als modellierte Landschaft präsentieren. Jedes Plateau verfügt über ein eigenes Programm auf der Oberfläche und darunter. Oben finden sich kontemplative Nutzungen wie Sonnenbaden, Gastgarten, etc. unter den Plateaus kann man im Ballfangkäfig Streetball spielen oder Skaten.

Spiegelungen

Christiane Pfeiff

Die Idee der Verfasserin geht von den meist fehlenden Verknüpfungen der verschiedenen räumlichen Ebenen der Stadt aus. Der Entwurf beschäftigt sich mit dem Sichtbarmachen einer dieser Ebenen, der Fußgängerunterführungen unter dem Sendlingertor Platz, deren Schnittstellen auf dem Platz und unter der Erde deutlich gemacht werden. Durch Spiegelungen des Geschehens von unten an der Oberfläche findet eine Verwebung dieser Ebenen statt und rückt den Menschen die Vielschichtigkeit einer Stadt ins Bewusstsein.

Sounds and Stripes

Liis Moor 

Die Verfasserin dieses Entwurfs überzieht den Platz mit Streifen unterschiedlicher Materialität. Sämtliche Möblierungselemente entwickeln sich ebenfalls aus der Idee heraus. Durch das Spiel mit unterschiedlichen Belägen und Effekten der Materialität, wie in den Boden integriere Klangkörper wird die alltägliche Gehen zu einem wahrnehmbaren Ereignis.