Freizeitlandschaft -1

Projekt I, 6 ECTS
Sommersemester 2007

Forschungsfeld
Public space

Betreuung
Prof. Regine Keller
Dipl.-Ing. Doris Grabner
Dipl.-Ing. Thomas Hauck
Dipl.-Ing. Volker Kleinekort
Cand.-Ing. Roberto Kaiser


Erlebnisraum Steinbruch Eichstätt

Räume sind Motoren der Entwicklung neuer Formen und Formate des Vergnügens und der Unterhaltung. Viele dieser Vergnügen basieren auf der Gestaltung und Entwicklung spezifischer Emotionen und Aktivitäten. Was sind aktuelle Beispiele für neue Typen von Vergnügungsräumen – Nicht nur bezogen auf einzelne Objekte wie Spielhallen, Shopping Center oder umgrenzte Vergnügungsräume wie Freizeitparks – sondern, besonders auch der gesteuerten oder ungesteuerten Transformation von Räumen.Welche Entwicklungstendenzen gibt es? Welche Rolle spielt Landschaftsarchitektur in dieser Entwicklung und welche Rolle sollte sie spielen? Welche Rolle spielt der Freiraum? Anhand einer fundierten und eigenständigen These zu diesem Thema sollten die Studenten das Entwurfsprojekt "Erlebnisraum Steinbruch“ entwickeln.

Teil des Projektes war das zeichnerische Tagebuch (siehe Download).

Downloads
Dokumentation aller Entwürfe (PDF, 4,5 MB )

Auswahl Projekte

Verfasser // Anna Adasinskaya / Felix Huber

In ihrem Entwurf greifen Anna Adasinskaya und Felix Huber die Identität des Ortes auf und interpretieren diese in Form eines variablen Bausystems, das sich in seiner räumlichen Artikulierung an den transformatorischen Prozess von Gesteinsabbau und -aufschüttung anpassen soll. Mithilfe von Spundwänden entsteht somit eine sich längerfristig verändernde Terrassenlandschaft, die als Multifunktionsort verschiedenste Nutzungen zulassen soll, ohne konkrete Nutzungen vorzuschreiben. Neben der sportlichen Nutzung des Geländes schlagen die Verfasser die Durchführung von Konzerten und anderen Aufführungen vor, für die das terrassierte Gelände als Tribüne dienen könnte. Am höchsten Punkt des Geländes soll zudem ein in das Spundwandsystem integriertes Café entstehen, von dem der Ausblick auf das Altmühltal sowie die Willibaldsburg möglich ist. 

Verfasser // Valeria Fernandez / Friederike Meyer-Roscher

Unter Beibehaltung der Nutzung des Steinbruchs als Fossilienabbaustelle schlagen Valeria Fernandez und Friederike Meyer-Roscher eine Erweiterung des Nutzungsangebots um ein Autokino vor. Die Entstehung und Entwicklung
des dafür notwendigen Systems aus Terrassen und Rampen soll zeitlich und räumlich an den Gesteinsabbau gekoppelt werden, und ist, unter der Prämisse, dass das jährliche Abbauvolument 2050 Kubikmeter beträgt, in vierzehn Jahren abgeschlossen.
Dabei sind die einzelnen Terrassen topographisch gegeneinander verkippt, um ein Überwinden der Höhenunterschiede mit dem Pkw zu ermöglichen. Zudem ergibt sich durch die Ausdifferenzierung der verschiedenen, durch Betonstützmauern abgefangenen Ebenen die Möglichkeit, auch ohne Auto den abendlichen Kinovorführungen beizuwohnen.
Als Leinwand fungieren hierbei zwei unterschiedlich große, dreieckige Stoffsegel, die tagsüber im Abbaubereich Schatten spenden, und im Laufe der Entwicklung mit der Abbaufläche mitwandern.
Den derzeitigen Kiosk ersetzen die Verfasser durch ein Restaurant, das mit einer großen Terrasse den Blick in das Steinbruchareal freigibt.

Verfasser // Andrea Junges / Susanne Leythäuser

Mit dem Ziel, die Attraktivität des Ortes für derzeitige und potenzielle Nutzergruppen zu erhöhen, schlagen Andrea Junges und Susanne Leythäuser neben einer Inszenierung des Ortes in Bezug auf seine Räumlichkeit die Errichtung interessanter Übernachtungsmöglichkeiten vor. Diese sollen im Laufe des Gesteinsabbauprozesses als mobile Unterkünfte ihre Position im Gelände verändern.
Der Bereich des Grundstücks, der sich in den kommenden Jahrzehnten durch das Fossiliensuchen in einen Canyon verwandeln soll, wird durch eine Obstbaumreihe gerahmt, sowie mit einer nahezu flächendeckenden Obstbaumbepflanzung überstellt, die im Laufe des kontinuierlichen Abbaus verschwindet, von der jedoch einige Bäume später in Form von roten Baumskeletten im Canyon wieder auftauchen. Mithilfe des Abraummaterials soll die bereits bestehende Halde um weitere zehn Meter erhöht werden, um einerseits eine Landmarke entstehen zu lassen, andererseits jedoch auch die Aussicht auf das Altmühltal und die Willibaldsburg zu verbessern.
Verbunden mit dem Voranschreiten des Canyons soll sich auch die Lage des Eingangs zum Steinbruch verändern. Die Verfasser schlagen eine zeitnahe Verschiebung des Eingangs entlang der südlichen Grundstücksgrenze, sowie nach dem weiteren Fortgang des Abbaus eine Verlegung auf die gegenüberliegende Canyonseite vor. Der Zugang zum Steinbruch soll dann nach dem Überqueren der neu entstehenden Hängebrücke beziehungsweise über einen Weg entlang der Halde möglich sein.