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Projekt I, 6 ECTS
Wintersemester 2006|07

Forschungsfeld
Interventionen und Partizipation
Public space

Betreuung
Prof. Regine Keller
Dipl.-Ing. Doris Grabner
Dipl.-Ing. Thomas Hauck
Dipl.-Ing. Volker Kleinekort


Freiräume für eine Grundschule in Passau

“Die Schule ist Abbild des Lebens schlechthin, Leben in kleinen verträglichen Dosen.“Mit diesen Worten lassen sich sehr treffend die Anforderungen, die an das direkte räumliche Umfeld einer Schule gestellt sind, umschreiben. Der “Schulhof“ ist die räumliche Erweiterung der Lehrinhalte einer Schule in den Außenraum – die Erweiterung eines pädagogischen Konzeptes in die Freizeit. Als sozialer Begegnungsraum müssen die Freiräume einer Schule ein stabiles Gerüst geben. Wie lassen sich die Qualitäten dieser „Zwischenorte“ in die Freiräume der Umgebung des Lernalltags integrieren? Wie müssen solche Räume beschaffen sein? Wie kann sich der Freiraum unter den sich aktuell schnell wandelnden Bildungskonzepten behaupten? Mit diesen Fragestellungen wurden die Studierenden des zweiten Studienjahres konfrontiert. Die Studierenden hatten sich so nicht nur mit rein gestalterischen, sondern auch mit sozialen Fragen auf einem kleinen Maßstab auseinanderzusetzen. Grenzräume nennt Frau Prof. Keller diese Räume, deren Zuordnung zu Öffentlich oder Privat nicht auf den ersten Blick klar zu sein scheint. Die angehenden Landschaftsarchitekten sollen durch das Studium der Landschaftsarchitektur und öffentlicher Räume erlernen genau diese Orte und Räume zu definieren. Die Studierenden fanden unterschiedlichste Ansätze für ihre jeweilige Darstellung der Aufgabe. So wurde Schule metaphorisch unter anderem mit Stadt oder mit der elterlichen Wohnung verglichen. „Die Ergebnisse übertreffen bei weitem unsere Erwartungen“, so fasste die Schulleiterin der Hans Carossa Grundschule, Frau Barbara Müller, die Präsentation zusammen. Eine Ausstellung der Arbeiten findet vom 21.05.2007 bis zum 26.05.2007 in der Hans Carossa Grundschule statt.

Teil des Projektes war das zeichnerische Tagebuch (siehe Download).

Download
Tagebuch, Auswahl (PDF, 3,4 MB)
Projektdokumentation (PDF, 3,3 MB)


Auswahl Projekte

Projekt 1

Verfasser: Anna Adasinskaya, Stefanie Zeller

Die Verfasser interpretierten das offene aber bestimmte Bildungsprinzip der Schule durch differenzierte Wegenetze, die den Kindern unterschiedlichste Bewegungsformen in den Lehrpausen ermöglichen aber dennoch  „Wege vorgibt“.
Sie entwerfen mit ihrer „Phantasiewelt“ einen Freiraum, der Neugier weckt, Aktivität fördern, aber auch der Kontemplation Platz bietet. Ihre Planung verstehen sie dabei als Überlagerung unterschiedlicher Informationsebenen in Form von Layern ausgehend von einem ungerichteten roten Ornament als Symbol der Verspieltheit, Kreativität und Entdeckerfreude. Dieses wird überlagert durch ein festgelegtes, geometrisches Raster, bestückt mit gelben Sitzringen, die den Kindern Raum zum Spielen, Treffen und Erholung geben sollen. Als räumliches Element bilden Baumgruppen aus jeweils vier Zierkirschen den obersten Layer.
Durch die unterschiedlichen Materialien, ergeben sich differenzierte Möglichkeiten des Zuganges und der Nutzung.

Projekt 2

Verfasser: Eva Herbst, Felix Huber, Yuan Liu

Dem Motiv einer „Schule im Grünen“ folgend, betten die Verfasser die Hans Carossa Grundschule mit ihren Außenräumen in einen Waldsaum, der durch Nachverdichtung den Vegetationsbestand schließen soll.
Inmitten dieses grünen Rahmens zeichnen die Verfasser ein Diagramm, das sowohl die Nutzungsintensität wiedergibt, als auch die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich lenkt. Dieses entwickelt sich als orthogonale Bandstruktur unterschiedlicher Materialität aus einem Betonweg, der sich annähernd über das gesamte Schulgelände legt. Dabei folgen die einzelnen Diagrammflächen über Niveausprünge der Topographie und werden, je weiter sie vom Schulgebäude entfernt liegen, mit weicheren Materialien belegt. Diese Oberflächenvielfalt soll ein differenziertes Bespielen ermöglichen sowie ein Erleben der unterschiedlichen Materialien im Wechsel der Jahreszeiten erlauben.